18.07.2019, von Erik Hoffmann

Bundesjugendlager: Trinkwasser gut untersucht

Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) ist in vielerlei Hinsicht auf verschiedene Hilfeleistungen im Katastrophenfall spezialisiert. Darunter zählt auch das Herstellen einer Trinkwasserversorgung in Einsatzgebieten.

Ramona Ballold untersucht eine bereits entnommene Probe auf Keime.

Im gesamten Bundesgebiet verfügt das THW über 12 Fachgruppen Trinkwasserversorgung, die mit einer Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWAA) sowie einem Labor ausgestattet sind. „Die Anlagen können 15.000 Liter Trinkwasser pro Stunde aufbereiten“, erklärte Dr. Christiane Bettin (OV Havixbeck).

Bei der Großübung des Bereitstellungsraumes 500 (BR500) anlässlich des 17. Bundesjugendlagers der THW-Jugend probt die Fachgruppe Trinkwasserversorgung ihre Fähigkeiten. Bei einer bereits bestehenden Trinkwasserversorgung wie in Rudolstadt muss das Wasser nicht aufbereitet werden. Dennoch wird im Rahmen der Übung die Trinkwasserqualität überwacht. „Im Trinkwasserlabor des THW kann das Wasser auf verschiedene sensorische (Aussehen und Geruch), physikalische (Leitfähigkeit, pH-Wert, Trübung und Temperatur), chemische (Nitratgehalt, Eisengehalt und Chlorgehalt) und mikrobiologische (Indikatorkeime wie Escherichia Coli, Enterokokken und coliforme Keime) Parameter untersucht werden“, so die Verantwortliche des Trinkwasserlabors im BR500 Dr. Christiane Bettin. „Wichtig sind die Untersuchungen der mikrobiologischen Parameter, um eine Kontamination mit Fäkalien auszuschließen. Beim Vorliegen von Fäkalien können auch Krankheiten über das Trinkwasser übertragen werden“, so Dr. Bettin weiter.

Neben der ständigen Qualitätskontrolle und dem Bestimmen von Werten im Labor, wird auch die Temperatur der Kaltwasserleitungen gemessen. Dr. Christiane Bettin erklärte, dass sich Kaltwasserleitungen nicht über 25 Grad Celsius erwärmen dürfen. „Bei höheren Temperaturen können sich Legionellen im Wasser vermehren, was wir durch regelmäßige Kontrollen und das regelmäßige Spülen der Trinkwasserleitungen verhindern möchten“, erläuterte sie weiter. Auch das Messen der Temperaturen der Kaltwasserleitungen wird im Rahmen der Großübung BR500 durchgeführt. Um das Trinkwasser später in seiner Qualität an den Bestimmungsort zu transportieren, legt die Fachgruppe Infrastruktur auf dem Übungsgelände Trinkwasserleitungen, wobei das THW-Labor auch eine Rolle spielt. „Wir unterstützen die Fachgruppe Infrastruktur bei einer eventuellen Desinfektion der Trinkwasserleitungen“ so Dr. Christiane Bettin.


  • Ramona Ballold untersucht eine bereits entnommene Probe auf Keime.

  • Dr. Christiane Bettin (r.) und Volkmar Bendisch (l.) entnehmen gerade eine Probe des Trinkwassers

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